Häufig gestellte Fragen zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) in der Corona-Krise

Bei der Insolvenz eines Kreditinstituts schützt das Einlagensicherungssystem den Kunden. Ist eine Bank nicht in der Lage Kundengelder - also Einlagen - zurückzuzahlen, sind die Rückzahlungsansprüche der Kunden im gesetzlich vorgesehenen Umfang durch die Einlagensicherungseinrichtungen abgesichert.
Seit ihrer Errichtung im Jahr 1998 konnte die gesetzliche Einlagensicherung in allen Entschädigungsfällen sämtliche Ansprüche von betroffenen Bankkunden vollumfänglich entschädigen und wird dies auch in Zukunft leisten. Die Sicherungseinrichtung finanziert sich durch Beiträge, die sie jedes Jahr von den ihr zugewiesenen Kreditinstituten erhebt. Aus diesen Geldern erfolgt die Entschädigung. Darüber hinaus kann die EdB in bestimmen Situationen Sonderbeiträge von ihren Mitgliedern erheben.
Wegen der Corona-Pandemie ist es unter Umständen erforderlich, dass Banken Filialen für eine gewisse Zeit schließen, um die Gesundheit von Angestellten und Kunden zu schützen. Der Zugang zu Ihren Guthaben ist aber trotzdem durch die Banken gewährleistet. Ihre Bank ist nach wie vor der sicherste Ort zur Aufbewahrung Ihrer Ersparnisse - geschützt durch die gesetzliche Einlagensicherung.

Für weitere Information zu den jeweiligen Vorkehrungen Ihrer Bank und alternativen Möglichkeiten der Kontaktaufnahmen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank.
 

Geschützt sind Guthaben von Privatpersonen sowie Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Nicht geschützt sind die Guthaben von Kreditinstituten und institutionellen Anlegern, wie beispielsweise Finanzdienstleister, Versicherungsunternehmen und Guthaben der öffentlichen Hand.
Unter den Schutz fallen Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparguthaben sowie auf den Namen lautende Sparbriefe. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate, werden nicht geschützt.
Der Entschädigungsanspruch ist auf 100.000 Euro pro Person und pro Kreditinstitut begrenzt. In bestimmten Fällen kann sich diese Summe jedoch auf insgesamt bis zu 500.000 Euro erhöhen. Das ist der Fall, wenn ein Guthaben mit einem besonderen Ereignis im Leben des Einlegers verknüpft ist. Dazu zählen der Verkauf einer Privatimmobilie, eine Heirat, Abfindung für Arbeitnehmer, Scheidung, der Renteneintritt, Ruhestand, eine Kündigung, Entlassung, Geburt, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Behinderung oder der Tod. Diese Guthaben sind geschützt, sofern der Entschädigungsfall innerhalb von sechs Monaten nach Gutschrift des Betrags auf dem Konto eintritt.
In vielen Fällen sind Kunden von Kreditinstituten nicht nur durch gesetzliche, sondern darüber hinaus durch die freiwilligen Einlagensicherungseinrichtungen abgesichert. Im Falle der privaten Banken ist dies der Einlagensicherungsfonds. Ob Ihr Kreditinstitut einer freiwilligen Einrichtung angehört, erfahren Sie über die Institutsabfrage.

 

Außerdem besteht die Möglichkeit, Guthaben über 100.000 Euro im Rahmen des Insolvenzverfahrens als Forderung anzumelden.

Grundsätzlich sind pro Kreditinstitut und pro Kunde 100.000 Euro geschützt, unabhängig von der Anzahl der Konten. Im Falle von Eheleuten können beide Kontoinhaber aber je einen Betrag von bis zu 100.000 Euro beanspruchen. Das Guthaben wird auf die einzelnen Kontoinhaber zu gleichen Teilen verteilt, sofern nicht bei der Kontoeröffnung eine abweichende Regelung vereinbart wurde.

Sofern Inhaber von Gemeinschaftskonten auch über Einzelkonten bei demselben Kreditinstitut verfügen, werden diese bei der Berechnung der Höhe der Entschädigung für den betreffenden Kontoinhaber berücksichtigt.

Bsp.:  Das Ehepaar Mustermann verfügt bei Bank X über ein Gemeinschaftskonto mit einem Guthaben von 80.000 Euro sowie über Einzelkonten mit einem Guthaben von 30.000 Euro im Falle von Frau Mustermann sowie 70.000 Euro im Falle von Herrn Mustermann.

Der Anspruch von Frau Mustermann beträgt 40.000 Euro aus dem Gemeinschaftskonto sowie 30.000 Euro aus dem Einzelkonto, insgesamt also 70.000 Euro

Der Anspruch von Herrn Mustermann beträgt 40.000 Euro aus dem Gemeinschaftskonto sowie 60.000 Euro aus dem Einzelkonto, insgesamt 100.000 Euro.

Konten von BGB-Gesellschaften sind nicht als Gemeinschaftskonten der Gesellschafter, sondern als ein Konto der Gesellschaft zu betrachten. Die BGB-Gesellschaft hat einen eigenen Entschädigungsanspruch, der auf 100.000 Euro begrenzt ist.

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.